16. Mai 2018

Weltseele

»Die seltsame Wiederkehr der Weltseele« überschreibt heute die NZZ ihren ersten Artikel zu »Forschung und Technik« – wobei man da schon ewig dankbar ist, dass die NZZ noch von »Technik« spricht und nicht immer nur von pompöser »Technologie« …
   Abgebildet wird eine Geistermantis, perfekt angepasst an welkende Blätter (unten):

Das Bild stammt von einer Bildagentur (Mauritius). Die Wikipedia zeigt weitere. Hier zwei Mantis und fünfzig Cent:
Die Erklärung der Evolution nur »aus Darwin« und seinem Entwicklungsprinzig »Survival of the Fittest« (Herbert Spencer) geht einem wider den Geist. Man kann sich unmöglich vorstellen, dass zufällige Mutationen – noch dazu bei geschlechtlicher Fortpflanzung – zu einem so angepassten Wesen führen. Also muss ein »Weltgeist« her, ein wie auch immer gearteter Gott, der sich die Mantis ausgedacht hat.
   Keine Konstruktion ohne Konstrukteur.
   »Warum hat die Natur das so gemacht?«, fragen wir, und schon ist sie mehr als ein ultimativer Schiedsrichter von Erfolg und Misserfolg, Natur wird sinnerfüllt gesehen, planend, vorausplanend.
   Das ist Natur aber nicht. Wie ein Richter im Eiskunstlauf urteilt sie nachher.
   Die Lösung ist die fast unendliche Zeit, die sich Evolution nimmt. Zeiträume wie ein paar Millionen Jahre kann sich keiner vorstellen, in unserer schnelllebigen Moderne erst recht nicht. Der Mensch lebte schon zur Eiszeit, als die Themse noch in den Rhein floss. Unglaublich, unvorstellbar. Und erst die Zeiten davor …
   Unvorstellbares kann man nur wissen, vielleicht für sich selbst durch einen Glauben bebildern. Pseudowissenschaftlich befüllen sollte man Unvorstellbares nicht. Das gilt ähnlich für Lichtgeschwindigkeit, für die Leere im Raum, im Kosmos und in Atomaren. Science Fiction und das Umherbeamen von Leuten in Hosenanzügen hält ja auch keiner für wissenschaftlich korrekt, ganz zu schweigen von Warp-Geschwindigkeiten.

Links
• NZZ Forschung und Technik, 16. Mai 2018, Die seltsame Wiederkehr der Weltseele
  http://bit.ly/2IpLj4m =
  https://www.nzz.ch/wissenschaft/die-seltsame-wiederkehr-der-weltseele-ld.1379451
• Derselbe Artikel im Brightsblog (»de omnibus dubitandum«) http://j.mp/2k1ycvK =
  https://brightsblog.wordpress.com/2018/05/10/panpsychismus-die-seltsame-wiederkehr-der-weltseele/
• Die Geistermantis in der Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Geistermantis
• Platos »Weltseele« in der Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Weltseele
• Das »Pneuma« https://de.wikipedia.org/wiki/Pneuma
• »Äther« erfüllte bis Mitte des 19. Jahrhunderts den Raum
  https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84ther_(Physik)
• Die Themse, die in den Rhein fließt, Bild in meinem Blog
  http://blogabissl.blogspot.de/2017/11/klimagipfel-als-massenhysterie.html
• Die Lichtgeschwindigkeit im europäischen Stromverbund, mein Blog
  http://j.mp/2G7TQqW =
  https://blogabissl.blogspot.com/2018/02/stromausgleich-im-netz.html
• Warp: https://de.wikipedia.org/wiki/Star-Trek-Technologie#Geschwindigkeitsskala
• Über die Leere im Raum http://www.joern.de/Leere.htm

Permalink hierher  http://j.mp/2IHS1Gi =
  https://blogabissl.blogspot.com/2018/05/weltseele.html

5. Mai 2018

Ich trinke Jägermeister, weil …

Hier trinkt Uschi Glas Jägermeister, weil »er ein Schätzchen ist.« – Nett, aber nicht sehr originell; macht nichts.

Dreizehn Jahre lang lief die Werbekampagne für Jägermeister, von 1973 bis 1986, gezeigt wurden 3163 unterschiedliche Anzeigen.
   Hier in typischer Werbeagentur-Diktion die Story dazu:

http://de.sz-iam.com/ich-auch/ – bitte ansehen!

   Was anderes.
»Morris«, der Zeichner, oder eher Bob de Groot, der Texter, genaugenommen die Übersetzerin Gudrun Penndorf des  Lucky-Luke-Bands 33, »Der einarmige Bandit«,aus dem Jahr 1982 zitiert links unten auf Seite 18 den Jägermeister-Slogan:

»Wir trinken HUNTER-MASTER, weil …«, erklärt Emma und lehnt den traditionellen Kamillentee ab. HUNTER-MASTER ist die wörtliche Übersetzung Jägermeister.
   Dabei hieß es normalerweise ganz persönlich: »Ich trinke … «.
   Eine der seltenen Wir-Anzeigen war die mit den Les-Humphries-Singers; zugleich doppelseitig, auch eher selten:
etwas beschnitten
»Wir, die Les Humphries Singers, trinken Jägermeister, weil er in unserem Gesangverein Ehrenmitglied ist. Jägermeister, einer für alle.«
   Hier noch eine doppelseitige Jägermeister-Anzeige:
 »Ich trinke Jägermeister, weil ihn mir meine Frau eingepackt hat, statt des Fallschirms.«

Links:

Permalink hierher: http://j.mp/2jwnrBh
   http://blogabissl.blogspot.com/2018/05/ich-trinke-jagermeister-weil.html

Gudrun Penndorf
   https://de.wikipedia.org/wiki/Gudrun_Penndorf 
Der Spielautomat, um den es geht, der »einarmige Bandit«
   https://de.wikipedia.org/wiki/Black_Cat_(Spielautomat) 
   englisch: http://www.rickcrandall.net/the-caille-silver-cup-a-break-from-the-3-reelers/

3. Mai 2018

Silbentrennung in Blogger

Hyphenation in Blogger Blogs

Hier am Beispiel https://blogabissl.blogspot.de/, Vorlage »einfach« –
example this blog here, templet “simple”.

Der Trick:

Add {hyphens: auto;} to HTML templet within the header.

Go to »Design«, klick »HTML bearbeiten« (“modify HTML” or so) lower right, rechts unten:


You’ll get to see al lot of HTML. – Es zeigt sich ’ne Menge HTML-Kode.

Click the arrow(s) ►to expand the listing to see the suppressed lines.
Mit dem ► die nicht gezeigten Kodezeilen einblenden. Noch mehr Kode.

{ hyphens: auto; } added as line 173

Im »Body« {hyphens: auto;} einfügen. – Add {hyphens: auto;} to the blog’s HTML “body”.
Speichern, fertig. Store and be happy.
   Your blogs will be hy-phe-na-ted! Old postings too.
Ab jetzt werden in Ihrem Blog – auch in alten Einträgen – die Einträge sil-ben-ge-trennt.

(Beware if you change language in your blog. It might show. lang=de must then be changed to lang=it or whatever. Don’t do that globally in the template. When I find out how, I’ll let you know here.)

Die »intelligenten« Smartphones, die Silbentrennung am meisten nötig hätten, können’s (noch) nicht.
The clever Smartphones, needing hyphenation most of all, don’t do it (yet).

Permalink http://j.mp/2HPqqPR =
 http://blogabissl.blogspot.de/2018/05/silbentrennung-in-blogger.html

2. Mai 2018

Im Signet keine Firmenlogos!

Ein Signet, das ist hier die Standardunterschrift unter E-Mails.

1. Mobile Mailaktivisten kümmern sich viel zu wenig darum.
   »Von meinem Samsung-Super-duper-Schmatphon versandt«

Beispiel 1
 …





– das interessiert den Empfänger weniger, und ist bloß Reklame!
   Ich bitte sehr, sich einmal die Mühe zu machen, und ein aussagekräftiges Signet einzugeben, damit man wenigstens gleich weiß, von wem die Mail ist, und wie man sie oder ihn zum Beispiel zurückruft – denn oft ist es eilig.
   »Mobil versandt.«, maximal, muss reichen als Ausrede für Tippfehler und Kürze.

2. Unternehmen und Leute, die Zeit haben, setzen als Signet oft ein Firmenlogo ein, das Mail-technisch gesehen ein Bild ist. Der Empfänger bekommt im besten Fall das Bild mitgeschickt und dreht es dann mit seiner Mail auf seiner Festplatte im Kreis herum.

Beispiel 2
In den meisten Fällen geht der Absender aber davon aus, dass sich das empfangende Mailprogramm die Bilder schon aus dem Internet holen wird. Gute Empfängersoftware tut das aber nicht, schon aus Angst, sich einen Virus einzufangen. Das sieht dann etwa so aus:

Beispiel 3
Oft werden Bildchen in den Anhang der Mail gehängt. Dann erscheint das beispielsweise so:

Beispiel 4
Öffnet der Empfänger Anlage 1 »image001.jpg (18 KB)«, so bekommt der ganz klein das Firmelogo des Absenders zu sehen. Mist! Öffnet er Anlage 2 »image002.png (25 kB)«, so wieder (in dem Fall). Nochmal Mist! Erst Anlage 3 »rfi - circular pro… « war wirklich für ihn gedacht.

Warum ich das schreibe? Weil ich vorhin eine dieser unnützen Anlagen nicht einmal öffnen konnte:
»Die Datei "image001.jpg" kann nicht erstellt werden. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Ordner, in dem Sie die Datei erstellen möchten, und klicken Sie dann auf „Eigenschaften“, um Ihre Berechtigung für den Ordner zu überprüfen.« Dann ist bei Ihnen, dem Empfänger, der »temporäre« Speicher für Mailanhänge voll. Abhilfe hier (https://itler.net/dateianhange-tif-jpeg-jpg-oa-lassen-sich-unter-outlook-nicht-mehr-direkt-offnen/#comment-27045).


Auch sowas nervt! Werbung sollte sich dem Umworbenen anpassen – mindestens seit dem Facebook-»Skandal«. 


Bitte also keine Spielereien mit Signets unter Mails.

Ihr
 Fritz Jörn              Fritz@Joern.De
mobil +49 171 3322017, fest 0228 211035
www.Joern.De   (www.Joern.De/Joern.vcf)
Friedrichstr. 29, D-53111 Bonn am Rhein

–  Schon die Adressdatei »Joern.vcf« ist für die Katz!

Permalink zum Weitergeben:http://j.mp/2rfPsRI =
   https://blogabissl.blogspot.com/2018/05/im-signet-keine-firmenlogos.html

28. April 2018

Google-Fotos Google Photos

Erfahrungen mit Google-Fotos (für mich9.

Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Google_Fotos#Funktionen

Es können unbegrenzt viele Fotos bis zur Auflösung von 16 Megapixeln und unbegrenzt viele Videos bis zur Full-HD-Auflösung gespeichert werden,[6] allerdings verlustbehaftet durch Bildkompression.

Die bei Google Play und in Apples App Store verfügbare kostenfreie App Fotoscanner von Google Fotos (engl. PhotoScan), ermöglicht per Smartphone-Kamera analoge Fotos in einer Weise zu digitalisieren, die durch Perspektivkorrektur und automatische Randerkennung dem Scanner nahe kommt: http://www.foto-digitalisieren.de/google-fotoscanner-app/

Aufruf: https://www.google.com/photos

https://photos.google.com/?hl=de bringt die eigenen Bilder, sogern man bei Google eingeloggt ist, z.B. über Gmail.

Foto-App: https://photos.google.com/login

FAQs von Google zu Photos: https://support.google.com/photos#topic=6128818 (deutsch).
   Sieht so aus:
Wenn Sie die Google Fotos App öffnen, sehen Sie alle Fotos und Videos auf Ihrem Gerät. Wenn Sie "Sichern und synchronisieren" aktiviert haben, sehen Sie außerdem alle Inhalte, die mit Ihrer Google Fotos-Galerie synchronisiert wurden.

Die Suche ist sehr gut. 

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie Sie Ihr Smartphone, Ihre Kamera oder Ihre Speicherkarte auf Ihrem Computer sichern können: Backup & Sync installieren, Fotos aus dem Browser hochladen.

Ende März 2018: Der Support für die Desktop-Uploader-App (Google Fotos-Sicherung) wird bald eingestellt. Verwenden Sie Google Backup & Sync, um Fotos und Videos von Ihrem Mac oder Windows-Computer zu sichern.

(Die Pop-Up Dialoge erscheinen nicht als Programme über Alt-Tab, sondern nur zusammen mit einem Neuanklicken eines Programms, bei mir mit Outlook. ?)

Installiere Backup¬Sync.
Wähle erst einmal nur die Foto-Sicherung.

Wähle erst einmal nur den lokalen Ordner Bilder, klicke alles andere weg. Später vielleicht mehr.
 


Bald einmal wird auf Teufel-komm-Raus hochgeladen, bei mir mit ≈10 Mbit/s (“mbps”).

  




NB. Der Link von Picasa wie früher geht immer noch nicht:
»Albumliste konnte nicht hochgeladen werden.«

Links: https://www.theverge.com/2017/6/9/15762170/google-photos-how-to-master





Sommerzeit oder Demokratie

Ein Aufschrei

Frühling aus der Wikipedia
Zufällig merke ich, dass die Heizung im Keller zwar »Sommer« anzeigt, die Uhr aber nach wie vor auf »Winterzeit« läuft. Die Umschaltung von Winter auf Sommer geschieht automatisch, die Umstellung zwischen Winter- und Sommerzeit aber nicht. Die Heizung ist neu.

Diese gottverdammte Zeitumstellung. Seit Menschengedenken haben wir das. Keiner will es, keiner wollte es, es bringt nur Ärger. Seit 1980 haben wir die Umstellerei in den beiden Deutschländern, wobei schon die Entstehungsgeschichte der Sommerzeit eine Zangengeburt war, was ein Seitenblick auf die Wikipedia zeigt. Mittendrin wieder einmal die EU. Neuerdings hat die darüber diskutiert, kam aber zu keinem Ergebnis, sie »überprüft«. Ab in unseren Keller, kann ich da nur fluchen.

Wie wäre es mit Demokratie? 

Die auf ewig festgesetzte Umstellerei »dient dem Binnenmarkt«. Dass ich nicht lache: Was dem alles dient, angefangen von unterschiedlichen Mehrwertsteuersätzen. Filz, Filz, Filz. Wenn wir nicht einmal die Zeitumstellerei wegbekommen, demokratisch. Mir ist egal, ob dann dauernd Sommer- oder Winterzeit »herrscht«, aber dieses unfähige herrschsüchtige Brüssel sollte man mal beim Hosenboden hochheben und auf den Boden der Wirklichkeit dotzen. 

Unsere »parlamentarische Diktatur« ist mangels »Direktheit« zur »Diktatur der Politikerklasse« geworden, die dem »mündigen Bürger« nicht einmal die Entscheidung über die Zeit zutraut. Wir sind ja so blöd! Und wundern uns dann … 

Danke fürs Zuhören. 
Hier kommen Sie hierher zurück: http://j.mp/2r3ysOO 
 https://blogabissl.blogspot.com/2018/04/sommerzeit-oder-demokratie.html

Wilhelm Waßmuß

Leutnant Wilhelm Waßmuß 1909 in Berlin (Foto ?)
 Wilhelm Waßmuß, oft Wassmuss geschrieben, war im Ersten Weltkrieg deutscher Diplomat in Buschir am Persischen Golf.
   Am spannendsten liest man antiquarisch Dagobert von Mikusch: Waßmuß, der deutsche Lawrence. Das kann ich sehr empfehlen, man sollte allerdings Fraktur lesen können. Rechts ein Auszug.
   Mich rühren sein bewegtes Schicksal, seine Treue zu Stämmen und Zusagen, seine landwirtschaftlichen Utopien.
   Er starb veramt.


Wikipedia-Eintrag  https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Wassmuss

Bücher über Wilhelm Waßmuß
• Christopher [Simon] Sykes: Wassmuss „The German Lawrence“. Longmans, Green and Co., New York 1936, ASIN: B00085POK8
Peter Hopkirk, On Secret Service East of Constantinople: The Plot to Bring Down the British Empire (London: John Murray, 2006)
Fascinating insights are also provided by Pierre Oberling, The Qashqā'i Nomads of Fars (The Hague, 1974), 127–147. 

Dagobert von Mikusch: Waßmuß, der deutsche Lawrence. Auf Grund der Tagebücher und Aufzeichnungen des verstorbenen Konsuls, deutscher und englischer Quellen und des unter gleichem Titel erschienenen Buches von Christopher Sykes. Paul List Verlag, Leipzig 1937. – Gebraucht gibt es das Buch für fünf Euro …
   Mich beeindruckte, ja rührte sein intensives Schicksal, seine Treue zu Versprechungen und seine gesellschaftlichen Utopien. Er starb verarmt. 

Eine ausführliche englische Beschreibung im Netz auf http://ww1blog.osborneink.com/?p=10058 mit historischen Landkarten.

Eine Episode: Waßmuß muß 1915 auf der Flucht seine Bücher zurücklassen. Ein Kodebuch zum Entschlüsslen deutscher Depeschen fällt den Engländern in die Hände: http://j.mp/2r684nk. (Aus “Intelligence and Imperial Defence … ” von Richard James Popplewell). 

Permalink http://j.mp/2r3M2l4
 https://blogabissl.blogspot.com/2018/04/wilhelm-wamu.html

26. April 2018

LTB

– der langweiligste Titel, den man sich vorstellen kann! – Oder?


Laut Wikipedia – die damals noch nicht geboren war – gibt es Lustige Taschenbücher seit 1967. Seit 1951 gab es als Vorläufer die deutsche Miky Maus. Und ich lese Topolino, das italienische Original, das es schon 1932 gab, seit dessen Formatwechsel und Relaunch 1949.
   In der deutschen Wikipedia ist Topolinos Geschichte nur kurz angedeutet, in Italien weiß man noch, dass nach dem Krieg das Format zwecks rentablerer Nutzung der für den Reader’s Digest beziehungsweise die Selezione frisch gekauften deutschen Vömag-Druckmaschine gewählt wurde. Doch genug Historie.
   Bei »meinem« Comic-Laden in der Oxforstraße habe ich mir jüngst Heft 72 von 1980 aus dem Ramsch geklaubt (nicht geklaut, gell!), ich meine für ein, zwei Euro. Teuer, aber die Sache wert!
   Damals war noch die legendäre Frau Dr. Erika Fuchs (1906 – 2005), Johanna Theodolinde Erika Fuchs aus Hinterpommern, der »Chefredakteur«, die Welt politisch inkorrekt. Auch sie war über den Reader’s Digest zum Übersetzen gekommen.
   Das Heft kostete damals DM 5,60, rund € 2,80, immer schon ein stolzer Preis. Heute kostet ein LTB € 6,50; Inflation 3%, siehe Zinseszinsrechnung unten.
   Die sechs Geschichten, in denen es dabei um »viel Lärm um Donald« geht, sind ordentlich ne eine Rahmengeschichte eingespannt, die Zeichnungen emotional übertrieben, wie das eine Zeit lang Stil war. Noch mehr exzessive Emotionen hat dann aber wohl nicht noch mehr Auflage gebracht, in dieser Zeit sanfter Erzeihung … Bei Neuauflagen sind wohl manche Szenen sogar entschärft worden, siehe auch Kater Karlos Gesundung unten. Heft 72 wurde schon zwei Jahre später, 1982, nachgedruckt (Impressum). Wie der Topolino wurde dieses LTM in Italien gedruckt. Heute werden die LTBs in Thüringen gedruckt, meint die Wikipedia.
Beginn der Rahmengeschichte.
Der aus Wut hochspringende Dagobert ist typisch für die »Ganzkörper-Emotionalität«.
   Das alte Heft ist nur halb farbig. Es wech­seln sich bunte und schwarzweiße Seiten ab, immer zwei in Far­be und zwei schwarz­weiß. Die Schrift in den Blasen ist groß-kleine Druckschrift, was der Lauflänge des Deut­schen geschuldet ist und gut lesbar. Die Italiener lettern Comic-stilgerecht groß­buch­sta­big von Hand.
   Schade, dass die Autoren und Über­set­zer nicht angegeben sind wie teilweise heute.
   Besonders gut gefiel mir die letzte Ge­schich­te: die (oder der) Zerrspiegel. Auf wundersame Weise verzerren sie nicht nur, sie machen schöner, selbst schlechtsitzende Anzüge der »Herr­en­kon­fek­tion Donald Duck«. Die phan­tas­ti­schen Auswirkungen sind spannend – für Donald und uns.
   Übrigens wird, wie immer im deutschen LTB, für $ – Dollar, der Inbegriff des Ka­pi­ta­lis­mus – nur ein T gesetzt. Das steht für Taler, eine eher gemütliche Bezeichnung aus der Gegend um Karlsbad, von Jáchymov, 1930 noch 7216 Einwohner, davon 445 (6 %) Tschechen.
»Zerrspiegel«, Seite 218: »Wo steckt er, dieser Lüderjahn?« – ein weiteres Beispiel für »Ganzkörper-Emotionalität«

Ein »Lüderjahn« kommt übrigens im heutigen Online-Duden nicht (mehr) vor, nur ein Luderjan. Für diesen Lumpen sollte man etwa im Schlesischen Wörterbuch suchen. Ein Luderian, Luderjan, Luderjahn, Lüderjan oder Lüderjahn war ein Taugenichts. Die Wikipedia weiß noch, dass der Preußische König Friedrich Wilhelm II (1744 – 1797) volkstümlich »der dicke Lüderjahn« genannt wurde. Frau Dr. Fuchs muss mit dem wohl eher im Norden Deutschlands gängigen Ausdruck vertraut gewesen sein, wir heute erraten’s aus unserem »passiven Wortschatz«. Grimm kannte ludericht, luderhaft

Miky-Maus-bezügliche Geschichten:
• Die Geschichte mit der Druckmaschine ausführlich:
  http://blogabissl.blogspot.de/2018/04/terry-moore-strangers-in-paradise.html
• Wie Dagobert Duck das Bild des Reichtums prägt:
  http://blogabissl.blogspot.com/2008/03/reichtum.html
• Zinseszinsrechnung für Gymnasiasten und Interessierte
  http://blogabissl.blogspot.com/2016/05/zinseszinsrechnung.html
• Kater Karlo und sein Holzbein: 
  http://blogabissl.blogspot.de/2017/08/gambadilegno.html

Dieser Blog http://j.mp/2JrYced =
  https://blogabissl.blogspot.com/2018/04/ltb.html





LTB im Netz
auf

 https://www.lustiges-taschenbuch.de/












Auf den Stil moderner Storys will ich nicht eingehen. Dazu bin ich wohl zu alt. Mir erscheinen sie überzogen, überzeichnet, überladen, inhaltlich obstrus und zeichnerisch unharmonisch bis hin zu rechteckigen Augen, die sich wohl von Bildschirmen inspirieren ließen. Entartet – um’s ganz bös zu sagen. Aber bitte: Man soll alles aus seiner Zeit beurteilen; und die heutige ist da nicht die meine …
LTB 506 Seiten 120, 121, »Die Eine-Million-Taler-Münze« von Sio (Story) und Stefano Intini (Zeichnungen), “Created 2016”

• In »Mathematik macht müde« (Story IP-3137-4 Seite 148) antwortet Daniel Düsentrieb auf eine besorgte Nachfrage Dagoberts: »Kein Fußbruch!« statt »Kein Beinbruch!«. Das Sprichwort »Hals- und Beinbruch!« findet Google 167'000-mal, mit »Fuß« statt »Bein« weltweit nur 82-mal, »Fußbruch« 33'300-mal, »Beinbruch« 684'000-mal.

• »Im Landknasthof« (Story IP-3102-5, Story GajaArrighini, Zeichnungen Emilio Urbano, created 2015) ist auf Seite 248 Großmutters Auto aber ganz falsch! Die Dame war ihrer Zeit voraus und fuhr ein Elektromobil: kein Vroomm und vor allem kein Abgas.
Omas Auto (Zeichnung von HB)













Sie fuhr ein “New Light Baker Electric Coupe” von 1912. (Bild aus der Wikipedia).









• Ganz und garnicht geht – korrekt politisch und ein wenig post-68 gesehen –, eine ganzseitige Reklame am Ende auf Seite 256 für Kriegsspielzeug:

25. April 2018

Bloggen für Britting

Georg Britting
Siehe auch Brittingblog
Georg Britting war ein deutscher Dichter, bayrisch, nieder­bay­risch aus Regensburg, dann aber in München lebend, be­schei­den, mit zwei abendlichen Stammtischen rund um den Rot­wein, keine Kinder, spät geheiratet. Generation Kästner (Erich, nicht Erhart), Eugen Roth, Brecht vielleicht und sonst heutzutage Unbekannte. Er starb 1964.
    Der Mann kann uns eigentlich egal sein. Es gibt tausende vergessene Künstler, Hobbymaler, Profimaler, His­to­rien­schrei­ber, Lieblingsdichter, Romanciers, Zeitgeister, vergangen. – Bücher sind heute Ramsch.
   Zufällig aber kam ich auf Britting, mehr dazu hier, und ich finde, der alte Herr, der nicht mehr bei Talkshows mitreden kann (er wäre heuer 127 Jahre alt!) hat uns immer noch etwas zu sagen, und das recht konzentriert und kompakt. Er war nämlich ein Dichter, sogar im profanen Sinn des Wortes.
   Immer noch ist es nämlich nicht einfach, kurz und knapp zu schreiben – lesen Sie nur weiter, ich bin das beste Beispiel! –, weil wir nicht dichten, nicht verdichten. Vage Wörter wählen, Technologie und Bereich und Umfeld, vor allem, weil wir nicht feilen, feilen, feilen …
   Brittings Geschichten sind geheimnisvoll, romantisch, ländlich, zeitlos. ’s liest sich gut.

Nun suche ich wen, der Britting propagiert, das heißt bekanntmacht, vielen neu bekanntmacht, anderen besser, manchen ganz besonders. Wir brauchen eine PR-Kampagne. Dazu haben wir manches ausprobiert: Die vollständige Britting-Website Britting.De bekam ein Facelift und sieht jetzt ganz respektabel aus. Eine Zeitlang gab's »uns« auf Facebook, was aber zu nichts gut war. Ich habe mich mit Youtube-Vorträgen versucht, da sieht man die Zahl der Abrufe. Das war nichts, weil ich nichts war, jedenfalls kein Medienstar, schon gar nicht fleißig oder literarisch bewandert. Ein Britting-Blog – http://brittingblog.blogspot.de/ – dümpelt herum. Was soll bei einem toten Dichter schon wöchentlich passieren? Dass er sich im Grab herumdreht, wird nicht gemonitort. (Als mir einmal der Hut hochging, weil behauptet wird, dass Britting ein Telegramm an Hitler geschickt hat, da fing er zwar unter der Grabplatte zu rotieren an. Die Studie dazu hier.) Blödsinn bekommt man aber nicht weg; mit Glück bekommt man es in Fake News umbenannt.

Ich meine: Wir brauchen einen Literaturfreund, vielleicht eine Deutschlehrerin an einem Gymnasium, einen wachen, fleißigen Schüler mit fester Stimme und ohne »irgendwie«, jemand, der in knapp fünf Minuten sagen kann, was er oder sie jetzt schon wieder Gutes an Britting gefunden hat, auf Youtube.
   »Mehr Abonnenten als ein Regionalblatt«, titelt meine heutige Regionalzeitung (pardon!), die NZZ über schweizer Youtuber, hier http://j.mp/2HulbVF = https://www.nzz.ch/panorama/auch-schweizer-youtuber-haben-heute-teilweise-mehr-abonnenten-als-regionalzeitungen-ld.1366281.
   Technisch sind die Siegermedien Youtube und Instagram. Menschlicht ist’s Fleiß und Können, Konstanz und Konzentration,  meine ich.
    »Ich arbeite pro Woche rund 20 Stunden für meine Videos, und das neben meinem Studium an der Universität St. Gallen«, sagt Lionel Battegay. Sein Kanal ist »Ask Switzerland« mit 54'000 Abonnenten. Unglaublich. Ein erstes, schönes Beispiel mit Brad Pitt: https://youtu.be/T3xQfIr280k?t=3m42s.
    Dann hier dieses, ausführlicher analysiert:

Ein Youtube-Muster vom 15.9.2016 aus Lionels Youtube-Kanal – nur das Titelbild ist »scharf« –: http://j.mp/2Huijba = https://www.youtube.com/watch?v=X2Bx6DDqPW4
   Knapp 25'000 Aufrufe, 866 Likes, 40 Dislikes
   Lionel ist per du mit einem, redet schnell und agil (wichtig!), abr Schweizerdeutsch. Diese knapp vier Minuten lange Sendung bringt drei Themen, eine 18-jährige Österreicherin verklagt ihre Eltern wegen ins Netz gestellter Bilder von ihr als Kind (kann mir auch noch passieren), dann wirft ein Zürcher Pub ein schwules Pärchen hinaus, und drittems geht ein namentlich genannter Politiker fremd, was der Sendung den reißerischen Titel gab: »Fremdgange – und di ganzi Schwiz weiss es.«
   Unter dem Video stehen Lionels weitere Links und Adressen.
   Ein weiteres Beispiel ist der Fotograf Jan Kaya mit seinem Instagram-Kanal Lichterfang. (Der Lichterfang ist übrigens ein Gipfel weit im Westen der Großen Barriere von Oth auf Pthor). Hier Instagram-Statistiken und neueste Bilder. Die finde ich fast Brittingsch-gruselig, was sich beim geschätzten Dichter freilich expressionistisch nennt oder naturlyrisch.
   Bei Britting geht’s mir aber um Lyrik und Kurzgeschichten, um geschriebene Bilder. Und das ist noch eine ganz andere Herausforderung!

Was sagt mir das alles? Erstens, dass ich doch Schweizerdeutsch nicht so verstehe, zweitens, dass Youtube gut gemacht werden will und wird – die Ansprüche werden sogar noch steigen –, und dass es, in Ehren, ein gutes Medium auch für Britting sein kann. Danke Lionel.

Link hierher: http://j.mp/2Hrgls2 =
https://blogabissl.blogspot.com/2018/04/bloggen-fur-britting.html

PS. Jammerschade, das mit dem »Schwitzerdüütsch«, für mich jedenfalls. Wer keine acht Minuten Zeit hat und auch kein Schweizerdeutsch versteht, wird wie ich das Ask-Switzerland-Duo-Video genießen mit einem jungen weiblichen Youtube-Star der Schweiz, Iris Reeves: https://youtu.be/Jr01uIfSifw. 52'328 Aufrufe +1 jetzt.

animal triste

Es geht um ein klassisches Zitat, und dort um Menschlich-Animalisches. Es geht um das sive.
   Ich gestatte mir (bis auf möglicherweise kommende Proteste wegen Urheberrechtsverletzungen) die Geschichte anonymisiert hier widerzuspiegeln.
   Wen’s stört, bitte direkt bei mir melden, vertrauensvoll (Fritz@Joern.De). Wem’s Freude macht, der darf gern öffentlich kommentieren.

Foto Ghesquiere


1. Akt
   Die NZZ veröffentlicht am 8. April 2018 eine Glosse über postkoitale Traurigkeit,  
Die Zigarette danach.
   Die Autorin Birgit Schmid würzt sie mit einem klassischen Zitat.
Sie können das (hoffentlich) hier lesen: http://j.mp/2HuKxlZ =
   https://www.nzz.ch/gesellschaft/auf-eine-zigarette-danach-ld.1374592
(Birgit Schmid: »Auf eine Zigarette danach«).

   Zitat, kursiv von mir:
»Nicht zufällig nennen die Franzosen den Orgasmus kleinen Tod, und ein lateinisches Sprichwort geht: ›Post coitum omne animal triste‹, nach der Vereinigung sind alle Lebewesen traurig.«

2. Akt
   Ein klassischer Leserbrief, der’s etwas besser weiß:, NZZ 18. April:
Die Crux mit Zitaten
   Birgit Schmid stellt in ihrer süffigen Kolumne (»In jeder Beziehung«, NZZ 6. 4. 18) fest, dass nach dem Beischlaf sich postkoitale Traurigkeit einstelle, von der »vorwiegend Frauen« betroffen seien.
Sie schmückt diese Erkenntnis unter anderem mit der Aussage, die dem griechisch-römischen Arzt Galenos von Pergamon zugeschrieben wird: »Post coitum omne animal triste est«, »Nach dem Beischlaf ist jedes Lebewesen traurig«. Zu gerne wüsste ich, ob sie absichtlich verkürzt zitiert hat. Die Aussage geht nämlich eigentlich weiter: »sive gallus et mulier«, also »ausser dem Hahn und der Frau». Das »omne« wird somit relativiert, Galenos war da anderer Meinung als Birgit Schmid.
Ohne Stellung zu beziehen: Dies zeigt wieder einmal sehr schön, wie man mit ungenauen
beziehungsweise verkürzten Zitaten deren Sinn verändern kann.

3. Akt
   Ein Leserbrief zum Leserbrief legt am 25. April geistig den Rückwärtsgang ein.  
Vorsicht bei Zitaten
   Mit den Zitaten muss man tatsächlich sorgfältig umgehen. Im Falle von Birgit Schmid ist der Vorwurf bewusster Verkürzung jedoch nicht berechtigt (Leserbrief NZZ 18. 4. 18). Das lateinische
»post coitum omne animal triste est sive gallus et mulier« heisst, sofern es richtig überliefert ist: »Nach dem Koitus ist jedes Lebewesen traurig – sei es ein Hahn oder auch eine Frau.« [Die Leserbriefschreiberin oder der Leserbriefschreiber] übersetzt das »sive« mit «ausser» bzw.
mit »ohne«, was wohl eine Verwechslung mit lat. »sine« wäre. Seine Übersetzung ist falsch. Hahn und Frau sind Beispiele für Lebewesen, nicht Ausnahmen der Traurigkeit. Also: Sinngemäss kann man die vier letzten Wörter des Zitats ruhig weglassen. Ob aber der Galen zugeschriebene Satz wirklich von ihm stammt, ist eh nicht sicher, und schliesslich darf man ruhig annehmen, dass der Grieche Galen mit dem Latein auch so seine liebe Mühe hatte, wenn er seine römischen
Kunden behandelte.

sive
   bei Google: oder
   bei Frag-Cäsar: oder, oder aber
   bei Pons: oder
   Linguee kann kein Latein 
   Latin is Simple analysiert das Sprichwort
Übrigens ist der Fehler mit dem »außer« häufig, etwa hier. Selbst die Welt patzt, allerdings nach einem Test tantrischer Yoni-Massage in Berlin. Woraufhin Galen (129 bis 199) als Galçn erscheint.

Gelegentlich auch als: Post coitum omne animal triste praeter gallum, qui cantat. (Quelle)


post coitum tristitia, 1746, in »Von dem Zustand Des Menschen In der Erbsünde«, aus dem Französischen, Quelle. Ein wunderschönes Buch übrigens:


Gegen moderne Blogs sahen Bücher damals halt noch »wertig« aus. Genug.

Link hierher: http://j.mp/2HsKYNE
 https://blogabissl.blogspot.com/2018/04/animal-triste.html